FANDOM



Flow 2: Praxis und Perspektiven - Wo kommen wir her, was machen wir gerade und wo wollen wir eigentlich hin?



Where do we come from?



1999 gründete sich „['solid] – die sozialistische Jugend“ als PDS-naher Jugendverband, 2007 gründete sich der Verband neu und wurde gemeinsam mit der WASG-Jugend und der „Jungen Linken“ zur „linksjugend['solid]“. In unserem Grundsatzprogramm von 2008 heißt es:



Wir sind geprägt vom Aufbruch der globalisierungskritischen Bewegung nach den erfolgreichen Protesten gegen die WTO-Konferenz in Seattle, wurden politisiert durch die brutale Polizeirepression in Genua und den Tod von Carlo Guliani, die SchülerInnendemonstrationen gegen den Irak-Krieg, die Montagsdemonstrationen gegen Hartz IV oder antifaschistische Aktionen vor Ort. Wir haben in unseren Dörfern und Städten für Jugendzentren gestritten und Naziaufmärsche blockiert. Wir kommen aus den Studierendenbewegungen gegen Bildungskürzungen und Studiengebühren, aus der Gewerkschaftsbewegung und haben uns aktiv am Widerstand gegen die G8 Gipfel beteiligt.“



In den letzten Jahren hat der Verband viel durchgemacht:

Wir haben politische Erfolge erzielt, allerdings taten sich auch immer wieder Probleme auf. Alte interne Konflikte wurden überwunden und neue sind auf uns zugekommen.

Wir haben 2007 den G8-Gipfel in Heiligendamm blockiert, 2008 im strömenden Regen in Hamburg fürs Klima gecampt, diesen Frühling in Strasbourg trotz Tränengas und Grenzschikanen den NATO-Gipfel empfindlich gestört, wir haben in Kopenhagen für ein ganz anderes Klima gekämpft und bereiten uns gerade darauf vor, in Dresden die Nazis zu stoppen.

Doch auch auf einer anderen politischen Ebene waren wir immer aktiv: Mit einer eigenen Kampagne unter dem Titel „weltretten“ haben wir unsere Mutterpartei im heißen Wahlkampfjahr 2009 unterstützt, wir haben Studienfahrten und Bildungsseminare organisiert und letzten Sommer gemeinsam auf der Rabeninsel gezeltet.

Unser Verband wächst rapide: Während wir früher einmal ein überschaubares Grüppchen waren, dürften wir bald über 5000 Aktive sein. Diese Größe stellt uns vor neue organisatorische Herausforderungen und Fragen. 10 Jahre unter dem Label ['solid] – wie sieht die Bilanz aus? Was haben wir verpasst? Wo waren wir gut, wo haben wir Mist gebaut? Was können wir daraus mitnehmen?



Where are we now?



Der Verband ist so groß wie noch nie und auch finanziell war die Lage noch nie so gut. Die neue Dimension des Verbandes bedeutet auch eine Mehrbelastung von Gremien und Hauptamtlichen, die Vernetzung untereinander wird schwieriger. Wie können wir einen so großen Verband arbeitsfähig halten, ohne in Bürokratie abzudriften? Wie funktioniert im Verband weiterhin eine solidarische Zusammenarbeit auf Augenhöhe? Wie werden wir mit dem Problem unterbesetzter, nicht-quotierter Gremien fertig?



Wir sind als Verband immer eine Doppelstrategie gefahren: Auf der einen Seite sind wir an die partei Die LINKE angebunden und unterstützen sie in ihren Aktivitäten, auf der anderen Seite verstehen wir uns als Teil außerparlamentarischer Bewegungen. Wie läuft es mit dieser Doppelstrategie? Wie ist das Verhältnis zur Partei? Was gibt es da zu verbessern? Gibt es Widersprüche zwischen der Parteiarbeit und unseren außerparlamentarischen Aktivitäten?



Where are we going from here?



Vor uns liegen ereignisreiche Zeiten, in denen die linksjugend['solid] als politischer Akteur viel zu tun haben wird.

Es passiert einiges: Mit der Krise werden soziale Kämpfe eine andere Dimension erlangen. Klima- und Umweltbewegungen wachsen und kämpfen - auch mit antikapitalistischer Perspektive. Unsere Mutterpartei gewinnt an Einfluss. Mit schwarz-gelber Regierung wird alles noch beschissener. Studierende besetzen in großem Maßstab ihre Unis. Ein breites Bündnis stellt sich in Dresden den Nazis entgegen. Der Kriegseinsatz in Afghanistan geht weiter. Marode AKWs werden trotz dem Unmut der Bevölkerung weiter betrieben.

In diesem Tumult sollten wir uns darüber klar werden, was wir als Verband in nächster Zeit machen werden, um möglichst effektive, linke Politik zu machen.

Was wären nächste Projekte für den Verband? Welche Themen halten wir für wichtig? Was sollte sich an unsern Strukturen verändern, um gut arbeiten zu können? Was wären mittelfristige Ziele für uns als linksjugend['solid]?